Aus der Presse

 

Neuer Chor

Vielschichtiges Frühlingskonzert im Foyer des Musikforums

Dominik Lenze

WAZ - Lokales - online, 22.05.2017 - 18:48 Uhr

picture-119731796.jpg   In der stimmungsvollen Atmosphäre des Musikforum-Foyers der früheren Marienkirche fand das Konzert statt.                                                                                                                                              Foto: Ingo Otto

Bochum.   Der Neue Chor der Stadt Bochum lud zu seinem Frühlingskonzert ein. Zu hören gab es nicht nur Klassisches, sondern auch kritische Lieder.

Sein Frühjahrs-Konzert gab der Neue Chor der Stadt Bochum im Anneliese-Brost-Musik­forum in der sakralen Atmosphäre der wolkenweißen, hohen Halle der alten St.-Marien-Kirche. Der Nachmittag unter dem Motto „Im wunderschönen Monat Mai“ geriet zum beeindruckenden Konzerterlebnis.

Der Chor (Leitung Sebastian Voges) nahm die besondere Stimmung des Raumes direkt zu Beginn auf und hielt sie für den Rest des vielteiligen Konzertes fest. Es begann mit Komposi­tionen von Brahms, romantische Stücke wie „Abendständchen“, die ebenfalls ein wenig der Welt entrückt scheinen, zeitlos und erhaben.

Hohe Professionalität des Chores

Die hohe Professionalität des Chors spürte selbst der Laie sofort: Die liebevolle Ausgewogen­heit der vielen Stimmen, das sanfte Ineinanderfließen der Harmonien – alles passte perfekt in die phänomenale Akustik des würdevollen Foyers.

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Der Neue Chor der Stadt Bochum bei einem Konzert in der Christuskirche.  Foto:  Neuer Chor

 

Der Clou des Konzerts war indes, dass es sich eben nicht in dieser Stimmung erschöpfte. Es lohnt ein Blick auf die Auswahl der Stücke und Komponistinnen: Da ist zum Beispiel die Französin Mel Bonis (1858-1937), die ihre Klavierkompositionen trotz eines ihr aufgedräng­ten Hausfrauendasein zu Papier brachte – und gegen den Druck eines konservativen Frauen­bildes. Oder Clara Schumann (1819-1896), Ehefrau des viel berühmteren Robert Schumann: Von Musiker-Kollegen wurde sie angefeindet, ihr Werk von Kritikern nicht ernst genommen – weil sie eine Frau war. Wer dies im Hinterkopf behielt, während sanfte, doch kraftvolle Stimmen sich aufschwangen, der bemerkte: Hier lag nicht nur Erhabenheit in der Luft, sondern auch Kampfgeist.

„Ermutigung“ gegen den Ungeist

Da ist es so überraschend wie folgerichtig, dass der Chor sich schließlich auch dem Werk des widerständigen DDR-Liedermachers Wolf Biermann widmete, etwa mit Liedern wie „Ermuti­gung“, das der Legende nach zum Protest in den Stasi-Gefängnissen gesungen wurde. Biermann selbst widmete das Lied seinem Freund, dem in der DDR verfemten Dichter Peter Huchel.

Es war eine besondere Art von Kampfgeist, die das Konzert des Neuen Chors verströmte: Er drängte sich dem Hörer nicht auf, war nicht immer präsent, sondern tauchte manchmal wie zwischen den Zeilen auf. Dies, gepaart mit der musikalisch aufgegriffenen Atmosphäre des Ortes, sorgte für ein beeindruckendes Konzerterlebnis.

 

>>> INFO: Chor wurde 1947 gegründet

  • Gegründet wurde der Neue Chor der Stadt Bochum von Günter Hildebrandt, einem Musikliebhaber und Autodidakten. Als privater – nicht städtischer – Chor sollte er im kriegszerstörten Bochum Jugendlichen eine Perspektive und der Stadt musikalische Erlebnisse schenken.
 

 

 

 

Neuer Chor wird 70 Jahre alt

WAZ [-online] - LOKALES - 17.02.2017 - 05:06 Uhr

 

 

 

70 Jahre Neuer Chor der Stadt Bochum: Bei der Gründung hätte wohl niemand gedacht, dass dieser runde Geburtstag erreicht würde. Und doch ist es so. „Weil sich der Chor immer wieder verjüngt und erneuert hat", sagt Sängerin Heidrun Rapp, die seit 1965 dabei ist.

Damals stand der Singkreis vor seinem 20. Geburtstag, am 17. Januar 1947 war er gegründet worden. Bei „Mutter Wittig" hatten sich die Sänger und Sängerinnen zur allerersten Probe getroffen. 200 Interessierte hatten sich auf die Gründungs-Annonce im Bochumer Anzeiger gemeldet. Der Name des Projekts war Programm: Als "Junger Chor Bochum" wollte er nach den Schrecken des Krieges für einen Neuanfang stehen.

Der Musikliebhaber Günter Hildebrandt, von Haus aus Banker, hatte den Chor ins Leben gerufen. Rasch wuchs er zu einem Ensemble, welches das Konzertleben Bochums aktiv mitgestaltete. 1970 erfolgte ein Generationswechsel. „Mit dem neuen Dirigenten Heribert Buchholz änderte der Junge Chor auch seinen Namen, seitdem heißt er ,Der Neue Chor der Stadt Bochum'", weiß Heidrun Rapp, die das Chorleben seit jenen Tagen aktiv miterlebt hat.

 

Gesang und Geselligkeit

Mit Buchholz, einem professionellen Musiker, entwickelte sich der Chor zu einem vielseitigen Vokalensemble. Geboten wurde und wird vornehmlich anspruchsvolle A-cappella-Musik des 16. bis 20. Jahrhunderts. Neben „Chor pur" gehören instrumental begleitete Konzerte zum Repertoire. Die Mitwirkung bei den großen chorsymphonischen Projekten der Bochumer Symphoniker gehört zu gepflegten Traditionen des Vereins.

Der Neue Chor steht für Top-Klangqualität, die natürlich kein Zufall ist, sondern Ergebnis intensiver Probenarbeit. Stimmbildung und eine ergiebige Chorarbeit, zu der auch Konzertreisen nach Italien, Mecklenburg, Sachsen und Thüringen zählen, haben den Neuen Chor stets wachsen, aber eben auch nicht „einrosten" lassen. Unter Leitung des seit 20 Jahren amtierenden Sebastian Voges hat sich das 61 Mitglieder starke Ensemble - davon 45 aktive Sänger/innen - für diesen Herbst eine Konzertreise nach Quedlinburg und Halberstadt vorgenommen. „Neben dem Gesang spielt bei uns die Geselligkeit eine wichtige Rolle", verrät Heidrun Rapp.

Als nächstes stellt sich der Neue Chor mit seinem Sommerkonzert am Sonntag, 21. Mai, im Anneliese-Brost-Musikforum vor. Geboten werden dann A-cappella-Kompositionen von Clara und Robert Schumann, Samuel Barber, Johannes Brahms und - Wolf Biermann.

 

 

WAZ - KURZKRITIK Sa., 26.3.16

Schweigeminute beim

Symphoniekonzert

von Nina Schröder

Eine impressive Druckwelle erreichte die Zuschauer im Audimax: Gleichzeitig erschallten zwei Pauken und zwei Trommeln, gespielt von Schlagzeugern der Bochumer Symphoniker. Im Konzert unter der Leitung von GMD Steven Sloane stand ein opulentes romantisches Werk auf dem Programm: Hector Berlioz'  „Grande   Messe   des Morts" (dt. „Große Totenmesse").

Das Auftragswerk beklagt die Toten der französischen Julirevolution von 1830. Mit seinem versinnbildlichten Leid passte das Werk nicht nur ins Kirchenjahr. Steven Sloane ergriff vor dem Konzert das Wort:  „Wir wollen  das   Requiem den Toten von Brüssel, ihren Familien und Angehörigen widmen." So begann der Abend mit einer Schweigeminute.

Drei Chöre vereinten sich zu einem Chorklang von emotionaler  Klangqualität: der Philharmonische Chor, die Stadtkantorei und der Neue Chor der Stadt Bochum erzielten einen schicksalhaften wie trostspendenden Ausdruck.

Die beachtlich aufgestockten Symphoniker   spielten  wie   aus einem Guss. Konfrontiert wurde das Orchesterwerk mit Orgelmeditationen: Stadtkantor Arno Hartmanns  Messiaen - lnterpretation zeigte eine großartig farbige Klang-Sprache von mystisch-moderner Stilistik. Sehr anregend!

 

Großer Applaus

für den Neuen Chor

Von Nina Schröder

 

Die Tradition der bürgerlichen Hausmusik des 19. Jahrhunderts nahm der "Neue Chor Bochum" als thematischen Ausgangspunkt für seine Programmgestaltung. Ein interessanter Ansatz. Auf Kunstliedern, die in den bürgerlichen Stuben mit Klavier begleitet wurden, basierten viele Chorsätze, und auch eine weitere Praxis der bürgerlichen Gesellschaft wurde auf dem Konzert

ausgeübt: das Klavierspiel zu vier Händen.

Der Neue Chor der Stadt Bochum gestaltete unter seinem Leiter Sebastian Voges einen wunderschönen Chorklang. Brahms' Quartette opus 92 für Chor und Klavier stachen besonders hervor, ebenso seine sechs Walzer für Klavier, gespielt von Marita Bahr und Harald Mohs. Der Volkston in der Chormusik eines Edward Elgar ("From the Bavarian Highlands") strahlte dagegen mehr den Rückzug ins Private aus: bürgerliche Ideale verkörpert Brahms' Musik nun mal besser.

Keine muffige Stube, sondern das romantische Idyll wurde in Antonin Dvoraks Chorwerk "In der

Natur" besungen.

Am Ende stand großer Applaus des Publikums in der Propsteikirche. Es war ein gelungenes Konzert, in dem der Neue Chor die Vielfalt weltlicher Chormusik wunderschön darstellte.

                                                                                                            WAZ KURZKRITIK  vom 18.3.2015

 

WAZ 18.6.2014

Neuer Chor begeistert in Christuskirche

A-Capella-Werke mit Sebastian Voges

 

Von Nina Schröder

 

Wie kunstvoll Madrigale und Chansons der Renaissance sind, bewies der „Neue Chor der Stadt Bochum" am vergangenen Sonntag unter der Leitung von Sebastian Voges. Das intonationssichere Vokalensemble begeisterte mit ausschließlich a-cappella Werken in der Christuskirche.

Für das „Madonna ma pietà" von Orlando di Lasso wählte Voges keineswegs ein langsames Tempo! Das Ideal der pulsierenden Lebendigkeit und Einfachheit der Form in der Renaissance vollendete der Chor in Giovanni Gastoldis fünfstimmigem „Amor vittorioso". Tonmalerische Textbezüge waren im ganzen Konzert ein großer Genuss.

Welchen Einfluss der italienische Stil auf den gesamteuropäischen Raum hatte, bewies Ludwig Senfls „Lieblich hat sich gesellet", wo kunstvolle Melismen die Schlusswirkungen am Strophenende verstärkten. Die Kontrastierung des Chores mit Cembalowerken der Renaissance gespielt von Harald Mohs zeigte ein stimmiges Konzept.

 

RuhrNachrichten, 17.6.2014

Anspruchsvolle Musik vor leeren Rängen

Neuer Chor besticht durch hohe Qualität

MITTE. Chorgesänge aus fünf Jahrhunderten, begleitet von barocker Cembalomusik - beim Konzert des Neuen Chores am Sonntagabend in der Christuskirche gab es anspruchsvolle und dennoch eingängige Musik zu hören. Davon ließen sich jedoch leider nur wenige Besucher anlocken. Gerade einmal zu einem Viertel gefüllt war der große Kirchenraum in der Innenstadt.

Das schien den 1947 gegründeten Chor jedoch nicht zu beeindrucken. Mit Leichtigkeit stellte das von Sebastian Voges geleitete Vokalensemble sein sängerisches Können unter Beweis. Egal ob ein Stück aus der Barockzeit oder vier Chorlieder von dem 1942 gestorbenen Hugo Distler - der Neue Chor beherrscht den musikalischen Spagat über die verschiedenen Jahrhunderte hinweg.

Leichte Irritation

Und doch sorgte das Konzert am Sonntag zuweilen für leichte Irritation. Denn die Auswahl der gesungenen Werke erschien überraschend schwermütig.   So standen zwar auch eher heitere Werke auf dem Programm, wie etwa Hans Leo Haßlers „Jungfrau, dein schön Gestalt", doch insbesondere die ausgewählten Stücke von Orlando di Lasso und dem bereits erwähnten Hugo Distler erwiesen sich sowohl melodisch, als auch inhaltlich als recht düstere Stücke.

Viel Applaus

Dank dieser Auswahl gestaltete sich das Chorkonzert als ein eher melancholischer, nachdenklicher Abend, der nicht so ganz zur allgemeinen Heiterkeit des Sommers passen wollte. Trotzdem - oder vielleicht auch gerade deshalb - bedachten die wenigen Zuschauer am Ende den Chor und den Cembalo-Solisten Harald Mohs mit viel Applaus.

Und das vollkommen berechtigt, denn jenseits der Liedauswahl konnte der Chor mit einer exzellenten Leistung überzeugen. Musikalisch ist der Neue Chor auf einem sehr hohen Niveau. benh

 

Ruhr Nachrichten   26. Febr. 2013

Carl Orff füllt das Audimax

Vier Chöre und die Bosy führten „Carmina Burana" auf

QUERENBURG. Ein nahezu voll besetztes Audimax ist auch für ein Konzert der Bochumer Symphoniker nicht die Regel. Sogar die oberen Sitzblöcke des riesigen Saales waren am Freitagabend fast komplett belegt. Auch saßen für ein klassisches Konzert unge­wöhnlich viele junge Zuhörer im Publikum. Grund für den Publikumsandrang: Carl Orffs „Carmina Burana", eines der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts.

Um die hohen Erwartungen nicht zu enttäuschen, hatte Dirigent Michael Bojesen ein Großaufgebot an Sängern aufgefahren: Der Philharmo­nische Chor, die Stadtkantorei und der Neue Chor wur­den zu einem gewaltigen Klangkörper aus über 200 Kehlen vereint. Dazu kam noch der gut 50-köpfige Kinderchor der Chorakademie Dortmund.

Solisten überzeugten

Was schon alleine optisch be­eindruckte, überwältigte klanglich. Sobald der Chor mit donnerndem Paukenschlag zum bekannten „O Fortuna" anhob, füllte das Klangvolumen spielend den gesamten Saal aus.

Doch natürlich überzeugten auch die Solisten. Eindrucksvoll, wie sich die kraftvolle Stimme von Sopranistin Netta Or sogar über den gesamten Chor erhob. Herrlich, wie sich der dunkle Bariton von Ludwig Mittelhammer mit dem hellen Kinderchor abwechselte.

Nach dem bombastischen Schlusssatz, in dem Erwachsenen- und Kinderchor noch einmal gemeinsam das „O Fortuna" erschallen ließen und zu schmetternden Trompetenfanfaren ein riesiger Gong geschlagen wurde, fiel der anschließende Beifall nicht weniger imposant aus - klatschend, jubelnd und trampelnd wurde das Ensemble vom begeisterten Publikum gefeiert. Diese Abstimmung war eindeutig: Es war eine Aufführung, die dem wuchtigen Chorwerk mehr als gerecht wurde. bkl

 

Ruhr-Nachrichten, 3. Nov. 2012, BOLO5

Eine Geschichte in vier Chorstücken

„Neuer Chor der Stadt Bochum" sucht nach der vertonten Ewigkeit

 

 

QUERENBURG. Als der „ Neue Chor der Stadt Bochum" am Donnerstag in der St. Augustinkirche auftrat, wurde es mystisch. Denn obwohl die vier Stücke des Konzerts nicht zusammengehörten, schienen sie doch eine gemeinsame Geschichte zu erzählen.

Den Anfang machte Arvo Pärts „De profundis". Fast beschwörend klang es, als der Chor unter Leitung von Se­bastian Voges die lateinischen Silben wie ein Mantra in die Länge zog. Den Rest zur bedrohlichen Stimmung trug der dumpfe Paukenschlag von Christine Köster und die langsame Melodie des Organisten Siegfried Kühbacher bei.

 

Eine flehende Bitte

Und auch der a capella-Gesang „O vos omnes" klang wie eine flehende Bitte. Ein melodisch komplexer Aufschrei, der für Gänsehaut sorgte. Und doch ist da Hoffnung. Bei Pärt zumindest durch den Text. Von Vertrauen ist da die Rede, von Erlösung. Und hin und wieder war auch ein kurzer Glockenschlag zu hören, der den kraftvollen Gesang unterstützte und die Hoffnung ankündigte. Aber Hoffnung auf was? Vielleicht auf die Ewigkeit. Die sollte laut Programmheft im Orgelstück „Apparation de L'Eglise Eternelle" von Olivier Messiaen zu hören sein. Von einem „meditativem Werk" ist dort die Rede. Das schafft Messiaen allerdings nicht. Für die Ewigkeit klingen die Orgeltöne zu laut, zu zerrissen.

 

Befriedigendes Ende

Da wirkte Antonin Dvoraks „ Messe in D-Dur op. 86" wesentlich mehr wie ein befriedigendes Ende. Das mit Ab­stand längste Werk an diesem Abend klang zeitweise nach purer Freude, nach einem mehrstimmigen Heer von Enthusiasmus. Mal im Wechselsang, mal kanonisch wurden die lateinischen Zeilen präsentiert. Durch diese Mehrstimmigkeit wurde ein Klangteppich erzeugt, der an eine Ewigkeit denken ließ, an eine schöne Endlosschleife. Und am Schluss hatte das pacem - der lateinische Frieden also - das letzte Wort.   Nate

 

RN-Foto Ullmann

 

Spontane Chorwerdung des Publikums

Beim Adventskonzert des Neuen Chors Bochum durfte das Auditorium selbst singen. Chor präsentierte sich als ausgewogener Klangkörper

Hanno Jentzsch

Beim Adventskonzert in der Epiphanias-Kirche bot der Neue Chor der Stadt Bochum ein hochwertiges Programm aus alten und moderneren A-Capella-Stücken. Sogar interaktiv ging es in der Autobahnkirche an der Dorstener Straße zu: Das Publikum wurde selbst zum Chor.

Unter der Leitung von Sebastian Voges begann der Neue Chor mit „Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Johann Christoph Friedrich Bach. Das Stück stimmte auf einen Abend ein, der im Zeichen der geistlichen A-Capella-Musik stand: Bach und drei Stücke von Max Reger bildeten den Kern des Programms. Siegfried Kühbacher rundete das Konzert mit einigen Orgel-Stücken gewohnt gekonnt ab.

Der musikalische Höhepunkt war das siebenstimmige „Ave Maria" von Franz Biebl. Das Stück aus dem Jahr 1964 hob sich in seiner getragenen Eingängigkeit stilistisch deutlich vom Rest des Programms ab und gehört wohl zu den schönsten Vertonungen des Gebets überhaupt. Der Neue Chor erwies sich einmal mehr als ausgewogener Klangkörper, in dem sich die einzelnen Stimmen stets zu einem harmonischen Ganzen zusammenfinden.

Mit Zuhören war es allerdings nicht getan bei diesem 37. „Epi-Konzert". Für die Zugabe hatte sich Chorleiter Voges etwas überlegt. „Ich bin sicher, dass Sie gerne singen und viele von Ihnen auch Noten lesen können", zeigte er sich überzeugt vom musikalischen Potenzial des Publikums und stimmte kurzerhand eine vierstimmige Version von „Es ist ein Ros' entsprungen" an. Text und Noten lagen dem Programmheft bei: Die spontane Chorwerdung des Publikums wurde so zum musikalischen und atmosphärischen Erfolg.

WAZ, 13.12.2011

 

 

Ruhr-Nachrichten

Dienstag, 15. November 2011

 

Neuer Chor tourte
durch Italien

BOCHUM. Der Neue Chor der Stadt Bochum ist von seiner Konzertreise in den Piemont zurückgekehrt. Das erste von drei Konzerten unter der Leitung von Sebastian Voges fand im Dom zu Chivasso statt und zwar im Rahmen der Chivasso Musica. Vor begeistertem Publikum trug der Neue Chor sein Programm deutscher Chormusik vor, unterbrochen von Instrumentalstücken. Konzerte in Turin und Castagneto Po folgten. Die positive Aufnahme des Programms war ein großes Erlebnis für alle Sänger.

 

Zeitungsankündigung eines der Chorkonzerte des Neuen Chores in Italien in der Turiner Zeitung:

LA NUOVA PERIFERIA von Mittwoch, 26.10.2011

 

DA NON PERDERE Il concerto in programma domani sera, giovedi 27 al Duomo: l’ingresso è libero

 

»Chivasso in musica« con il Rotary

Un altro appuntamento di richiamo con protagonisti di grande spessore

 

 

I Der Neue Chor der Stadt  Bochum che si esibirà giovedi 27 ottobre durante la serata sponsorizzata dal Rotary

 

Chivasso (peg) Il secondo concerto della stagione 2011-12 »Chivasso in Musica« si terrà domani, giovedì 27 ottobre, alle 21.15, nel Duomo Collegiata di Santa Maria Assunta. Protagonista della serata sarà »Der Neue Chor der Stadt Bochum« (Il nuovo Coro della Citta di Bochum) che sotto la direzione di Sebastian Voges farà ascoltare brani di Fanny Hensel-Mendelssohn, Felix Mendelssohn-Bartoldy, Hans Leo Hassler, Johannes Brahms, Johann Christoph Friedrich Bach, 9 figlio del sommo Johann Sebastian.

I brani corali, rigorosamente »a cappella«, saronno intervallati da Tre fantasie per oboe solo di Albrecht Guersching nell-interpretazione di Johannes Schwill e dalla Canzona »La Giacintina« di Giacinto Bondioli nell’interpretazione di Johannes Schwill (oboe), Birgit Schwill (corno inglese) e Christine Koester (organo).

Questo concerto è sponsorizzato dal Rotary Club di Chivasso presieduto da Loris Actis Alesina. Come di consueto, l’ingresso libero e gratuito e il direttivo dell’associazione »Contatto« e il suo president Lara Bonfanti, organizzatore del calendario di eventi che si terranno a Chivasso, invitato tutti gli interessati a partecipare.

Edgardo Pocorobba

 

Ruhr-Nachrichten Dienstag, 12. April 2011

Zarte Feier des Todes

Neuer Chor Bochum überzeugte am Passionssonntag Judica in der Apostelkirche im UniCenter

Der Neue Chor Bochum gab ein Konzert zum Thema Tod in der Apostelkirche im Unicenter und läutete damit einen neuen Abschnitt in der Fastenzeit ein. -   RN-Foto Kühlem

 

QUERENBURG. Mit dem Passionssonntag Judica begann ein neuer Abschnitt in der Fastenzeit. Die Gläubigen sind aufgefordert, sich bis zu Karwoche an Jesu letzte Lebenstage zu erinnern. Der Neue Chor Bochum tat dies mit einem Konzert zum Thema Tod in der Apostelkirche im Unicenter.

Gut gefüllt war dazu der Kirchenraum, dessen spröder Sichtbetoncharme ein wenig von frischen Osterglocken aufgewertet wurde. Viele Besucher wurden sicher gelockt, weil Gabriel Faurés Requiem auf dem Programm stand - ein außergewöhnlich schönes und zartes Werk der Gattung. In der Apostelkirche kam es zum Finale in der Version für Chor, Solisten und Orgel zur Aufführung. Eine gute Variante, um die Stimmen noch mehr in den Vordergrund treten zu lassen.

Ewiges Licht

Ganz wundervoll gelang das etwa im berühmten Pie Jesu, der melodieverliebten Bitte um ewige Ruhe, die der Sopranistin Ya-Young Park hervorragend gelang. Der Chor leistete etwa im anschließenden Agnus Dei ganze Arbeit: Die Coda - wieder mit der Bitte nach der ewigen Ruhe und dem ewigen Licht- erlebt man selten so eindringlich und erhebend.

Im Libera me zeigte dann auch Sebastian Voges noch einmal, dass es durchaus gelingen kann, die Bariton-Parts zu singen und den Chor zu dirigieren.

Mit einem Werk ganz anderen Charakters hatte das Ensemble gleich zu Beginn des Konzerts sein Können bewiesen: Mit im Raum verteilten Sängern füllte der Chor die Kirche mit Knut Nystedts "Immortal Bach".

Hommage an Bach

Diese Hommage an Bachs Choral "Komm, süßer Tod" ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe für die Sänger, die lange Dissonanzen und einen vertrackten Kanon bewältigen müssen. Wie eine Atempause wirkte da Mozarts spätes Kleinod "Ave verum corpus", bevor mit Paul Hindemiths Liedern nach Gedichten von Eduard Reinacher wieder mit dissonanten Tönen die leidvolle Seite des Todes und Gottes Tod besungen wurden. 

fkü

 

Ruhr-Nachrichten Dienstag, 23. Februar 2010

Stimmgewaltiger Beginn der Fastenzeit

Konzert in der Propsteikirche

 

Bochum • Der Hochaltar der Propsteikirche ist mit einem großen violetten Tuch verhängt. Kein reicher Zierrat ist zu sehen. Die Fastenzeit hat begonnen. Zu diesem Anlass führte der Neue Chor Bochum gemeinsam mit dem „concertino düsseldorf" eine Choralpassion unter dem Thema „Kreuz und Krone" in der Propsteikirche auf.
Kreuz und Krone, verbildlicht in den beiden Kantaten von Johann Sebastian Bach „Ich will den Kreuzstab gerne tragen" und „Der Friede sei mit dir" am Anfang und Ende des Konzerts. Als Mittelpunkt des Programms erklangen Choräle aus der Matthäus-Passion von Bach im Wechsel mit vertonten Textpassagen des „Agnus Dei". Das Arrangement von Chorleiter Sebastian Voges bestach durch seine Abwechslung.


Moderne Gregorianik


Der Gesang des Soprans erinnerte an die schwebenden Klänge der Gregorianik, obwohl sowohl Instrumental- als auch die Gesangpassagen modern gehalten waren. Somit bildeten sie einen zunächst gewöhnungsbedürftigen doch beim weiteren Zuhören sehr interessanten Kontrast zu den Bach-Chorälen. „Mal etwas anderes", wie eine Zuhörerin es

nach dem Konzert treffend auf den Punkt brachte.

Somit bildeten sie einen zunächst gewöhnungsbedürftigen doch beim weiteren Zuhören sehr interessanten Kontrast zu den Bach-Chorälen. „Mal etwas anderes", wie eine Zuhörerin es nach dem Konzert treffend auf den Punkt brachte.
 

Kraftvoller Bariton


Arien und Recitativi trug Sebastian Voges vor. Sicher sang er sich durch die Coloraturen der Arien und füllte mit seinem kraftvollen Bariton das Kirchenschiff.
Der Neue Chor Bochum beeindruckte mit seiner Stimmgewalt. Passend zum trotzdem weichen Gesang harmonierte die Begleitung des concertinos. Besonderen Applaus verdiente sich Oboist Andreas Boege, dessen filigranes Spiel in die Ohren ging, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Fastenzeit. Sie ist das Warten auf die Erlösung durch Jesus Christus, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Durch die Musik wurde dieser Gedanke wieder lebendig. Keine angestaubte Kirchenmusik, sonder wirklich mal „etwas anderes". • bab

 

 

RN Montag, 5. Oktober 2009       Nr. 231 • 41. Woche BOL02

 

Mit Leib und Seele: Vom Liebeslied bis zur Totenklage

Erstes Chorkonzert mit dem Neuen Chor

Bochum In der Philosophie ist die Frage nach Leib und Seele seit jeher ein viel disku­tiertes Problem. Am Abend des Tages der deutschen Einheit widmete sich der Neue Chor der Stadt Bochum diesem Thema auf ganz eigene Weise.

Unter dem Motto „Leib und Seele" hat Chorleiter Sebastian Voges ein Konzert­programm zusammengestellt, das Stücke verschiedenster Provenienz vereint: deutsche, englische und skandinavische Chormusik von geistlich bis weltlich, vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, vom Schlager bis zum Geheimtipp, vom Liebeslied bis zur Todesklage.

Mozart

So unterschiedlich wie die einzelnen Werke sind auch die besungenen Leiber und Seelen beschaffen. Der Leib Christi in Mozarts „Ave verum corpus" steht neben den schönen Brüsten der Geliebten in Melchior Francks fünfter Hohelied-Vertonung, die träumende Seele in Jean Sibelius wunderbar somnambuler Komposition „Drömmarna" neben der Seele auf der Suche nach Gott (Parrys „My soul, there is a country") und der sich sehnenden Seele des Liebenden (Dowlands „Come again", Ruppels „Gliding sails"). Schütz' Motette „So fahr ich hin zu Jesu Christ" formuliert schließlich das christliche Vertrauen darauf, dass der Tod nur eine Trennung von Körper und Seele bedeutet.

Weicher Klang

Bis zu diesem ruhigen, aber eindrucksvollen Schlusspunkt meistern die 40 Sänger die vielen stilistischen und atmosphärischen Wechsel mit Leichtigkeit. Trotz kleiner Schwächen in den Höhen ist der Chorklang weich und rund, und Stefan Voges arbeitet eine abwechslungsreiche Dynamik heraus.

Es ist ein Konzert, in dem der Chor wohltuend im Mittelpunkt steht. Das Duo Traversée (Stefan W. Wagener, Flöte, und Thomas Bocklenberg, Laute und Gitarre) sorgt für einige instrumentale Ruhepunkte, die von Händel bis Eigenkomposition dasselbe breite Spektrum abdecken wie das Chorprogramm.

Abgesehen von den Texten zog sich das gewählte Motto jedoch auch noch auf einer zweiten Ebene durch den Abend: Musizieren ist immer eine Sache von Leib und Seele zugleich. Und dass bei allen Ausführenden in der Propsteikirche beides im Spiel war, war nicht zu überhören. Christine Baro

 

 

 

Ruhr-Nachrichten   31. März 2009          Bochumer Kultur    S. BOLO2

 

Musik für Stühle in der Symphonie

 

Neuer Chor gibt Benefizkonzert in der Langendreerer Christuskirche

 

Langendreer • Der Baubeginn der Bochumer Symphonie rückt immer näher. Rohbau und Fundament sind finanziell bereits in trockenen Tüchern, nun geht es um die Wurst - oder besser gesagt: um den Stuhl. Damit es sich die zukünftigen Zuschauer stilecht auf rotem Samt bequem machen können, gab der Neue Chor am vergangenen Sonntag in der Christuskirche in Langendreer ein Benefizkonzert.

Ein Stuhlmodell aus Pappe hatte Dr. Klaus Fröhlich, Vorsitzender des Neuen Chors, schon mitgebracht. „Stuhl Nr. 95" sollte die Anwesenden ermuntern, dem Pappkameraden eine etwas komfortablere Anfertigung an die Seite zu stellen. „Die Spenden verschwinden nicht in der anonymen Baugrube", versicherte Fröhlich, „und auch wenn wir die Tausenden von Stühlen heute Abend nicht zusammen bekommen werden: Von einem Stuhlmodell träumen wir schon."

Symphoniker spielten

Um dieses Ziel zu erreichen, legte sich der Neue Chor für 45 Minuten wahrlich ins Zeug. Bereits zum zweiten Mal holten sie sich für den guten Zweck Musiker der Bochumer Symphoniker ins Boot; sowohl die Streicher, als auch die Bläser waren als Quartett vertreten.

Zu hören gab es Chor und BoSys allerdings nicht zusammen; eine ausgeklügelte Kombination aus Johann Sebastian Bachs großen Werken „Jesu, meine Freude" und „Die Kunst der Fuge" sorgte für Abwechslung. Acapella präsentierte der Neue Chor das Kirchenlied ,;Jesu, meine Freude", in dem sich sechs Strophen mit den fünf biblischen Versen aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer abwechseln. Zwischen den Strophen kamen dann die BoSys zum Zuge: Insgesamt fünf Fugen aus „Die Kunst der Fuge" wurden abwechselnd von Streichern und Bläsern zum besten gegeben. Symbolisch endete das Konzert mit dem Choral „Weichet, ihr Trauergeister...", denn wer möchte in Anbetracht des baldigen Baubeginns der Symphonie noch den Kopf hängen lassen?

Dementsprechend waren die vielen Anwesenden in Spenderlaune und steuerten den ein oder anderen Euro für die Innenausstattung bei. Insgesamt kam eine Summe von 802,10 Euro zustande, die sich durchaus sehen lassen kann. - mv

 

 

Der Neue Chor der Stadt Bochum gab ein Benefizkonzert in der Christuskirche.               RN-Foto Volkmann

 

 

 

 

           

 

Tirilierende Lockerheit

 

Neuer Chor Bochum bietet anspruchsvolles Programm in Propstei-Kirche

 

Tom Thelen

 

"Seele und Geist" waren die Adressaten des Konzertes, das der Neue Chor Bochum in der Propsteikirche gab. Mit einem Programm anspruchsvoller geistlicher Musik aus gut 350 Jahren zeigte der Chor geistig wache und musikalisch versierte Ambitioniertheit.

    Der gut 60-köpfige Chor unter dem Düsseldorfer Kantor und Sänger Sebastian Voges beginnt das Konzert der Reihe "Meisterwerke der Bochumer Symphoniker" buchstäblich mit einem Paukenschlag.

    "Magnificat" von Gerd Zacher ist eine effektvoll im Kirchenraum arrangierte Komposition, die ihre Elemente Chor, Orgel und Schlagwerk (gespielt von Voges) in interessante Dialoge verwickelt. Glänzend gelingt dem Ensemble die Herausarbeitung der Strukturen des Stückes des 1929 geborenen Orgelavantgardisten Zacher.

    Wesentlich gemäßigter in der Klangsprache dann zwei Stücke des in Bochum geborenen Komponisten Siegfried Reda (1916-1968). "Nun lob mein Seel' den Herrn" und "Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras" zeigt den Chor als fließendes, locker-unangestrengten Klangkörper. Klare Textverständlichkeit gelingt auch in diesem großen, entsprechend akustisch nicht unproblematischen Kirchenschiff. Michael Goede an der Orgel überbrückt die Pausen der Sängerinnen und Sänger mit einigen solistischen Talentproben, ehe mit Kompositionen von Mendelssohn-Bartholdy und Johann Hermann Schein zwei weitere Epochen der geistlichen Chormusik aufgerufen werden.

    Zum Finale steht Bachs Motette "Jesu meine Freude" BWV 227 auf dem Programm, sechs Strophen eines Kirchenliedes sind darin mit fünf Bibelversen zur Großform verbunden.

    Mit ihren vielen technischen Schwierigkeiten stellt sie für einen Laienchor eine beträchtliche Herausforderung dar. Doch diese meistert der Chor mit Bravour. Zwar nicht mit der fast schon tirilierenden Lockerheit, die anderen Programmpunkten gelegentlich eigen waren, doch mit vielen, vielen erhabenen Momenten. Den Cello-Part bei dieser Aufführung übernahm Thomas Fleischer. Großer Applaus ist hier die Belohnung für sicherlich beträchtliche Probenarbeit. Dass nach so einer Leistung die Konzentration naturgemäß leidet, macht die Zugabe deutlich.

    Die volle Prachtentfaltung des Chor-Klassikers "Cantique de Jean Racine" von Gustave Fauré (1845-1924) gelingt nicht mehr ganz. Dennoch schmälert das nicht die Leistung eines Chores, der hoch ambitioniert bereit ist, an seine Grenzen zu gehen und diese zu verschieben, zu verbessern.

WAZ 10.3.2009

 

 

Werbung für das Konzerthaus

Instrumental-Duo der Bochumer Symphoniker und Neuer Chor Bochum bestreiten mit Unterstützung von Kantor Siegfried Kühbacher Benefiz-Konzert in der Christuskirche Linden

 

Linden. Herbert Grönemeyer mag der prominenteste Künstler sein, der sich für das Bochumer Musikhaus engagiert, er ist aber gewiss nicht der einzige. Mit ihm versuchen viele Initiativen und Gruppen, das Projekt zu unterstützen. Dazu zählt auch Der Neue Chor Bochum, der nun in voller Stärke in der Lindener Christus-Kirche ehrenamtlich und honorarfrei auftrat. Auch die evangelische Gemeinde Linden hatte die Kirche für das Konzert unentgeltlich zur Verfügung gestellt, so kamen 1520 Euro für das Konzerthaus zusammen.

    Begleitet und unterstützt wurde der Chor von zwei Musikern der Bochumer Symphoniker, die unter der Leitung von Iwona Gadzala im Wechsel mit dem Chor ihr Können darboten. Iwona Gadzala ist im Bochumer Südwesten keine Unbekannte. Die blonde Violinistin trat vor zwei Jahren bereits beim viel beachteten Konzert der Symphoniker im Dahlhauser Bahnhof mit auf. Anders als damals hatten die Veranstalter in der großen Christus-Kirche keine Mühe, allen Gästen einen Platz anzubieten. Rund 150 Zuhörer waren gekommen und lauschten den eher schweren Klängen.

    Melancholisch anmutende Stücke wie "Was betrübst du meine Seele" von Johann-Hermann Schein oder "Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras" von Siegfried Reda gehörten zum Repertoire des 44-köpfigen Chores unter der Leitung von Sebastian Voges.

    An der Orgel saß Siegfried Kühbacher, der jedoch zwischendurch seinen Standort wechselte: Mal spielte er das kleine Instrument in der Nähe des Altarraumes, mal stieg er zur Orgelbühne empor und bediente die große Kirchenorgel. HaCl

   

 

Iwona Gadzala und Janet Boram Lee warben abwechselnd mit dem Neuen Chor und Lindens Kantor Siegfried Kühbacher klingend für das ehrgeizige Projekt.

 

Bald im Westpark

Bereits am 15. November geht es weiter. Dann tritt der Neue Chor Bochum um 20 Uhr in der Jahrhunderthalle Bochum auf. Ein weiteres Benefizkonzert zu Gunsten der Stiftung "Bochumer Symphonie" findet im Frühjahr in der Christus-Kirche in Langendreer statt.

WAZ 8/11/08

 

 

Vollkommene Rose

Neuer Chor der Stadt Bochum tritt im Stanzwerk auf. Herzlicher Applaus

 

Die Rose war und ist die Blume der Liebe. Das wurde unlängst in der industriekulturellen Abendstimmung des Stanzwerkes überdeutlich, als beim 3.Chorkonzert der Bochumer Symphoniker der Neue Chor der Stadt Bochum unter Sebastian Voges erneut sein hohes Leistungsniveau zeigte.

          „Ich habe ein solches Bewusstsein von deinem Wesen, vollkommene Rose, dass reine Zustimmung dich mit meinem feiernden Herzen vermählt." So lautet die Übersetzung des Textes des Liedes „La Rose Complete" von Morten Lauridsen (*1943). Diese französisch gesungene Meditation aus dessen Zyklus „Les Chanson de Rose" stand höchst eindrucksvoll am Anfang des Abends. Dem folgte sogleich das ebenso schwebend-schöne „Dirait-on", das auch den Abschluss des Werkes von Lauridsen bildet. Mit der grazilen Sopranistin Kerstin Pohle kam Monteverdis „Lamento della Ninfa" zur Aufführung und damit die ganz große Liebestragik ins Spiel. Dieser Klassiker des barocken Trauergesangs wurde von den Herren des Chores und Aloisius Groß am Tasteninstrument stimmig begleitet.
          Im Mittelpunkt stand dann „Der Rose Pilgerfahrt", ein Märchen für Soli, Chor und Orchester von Robert Schumann. Dieser fast schon kurios rührselige Stoff um eine Rose, die zum Mädchen wird, das auf Erden die an Liebeskummer verstorbene Tochter des Müllers ersetzt, einen Förster
heiratet, diesem ein Kind schenkt, um dann - weil die Liebe perfekt ist - die Erde wieder verlässt, wird selten aufgeführt, gilt allerdings als Meisterwerk.

          Sebastian Voges, musikalischer Leiter des Abends (und Chorleiter und Gesangssolist!) führt souverän durch die vielen Klippen des Stückes, das melodien- und abwechslungsreich volksweisenhafte Momente des Chores mit kunstvoller Führung der Solostimmen verbindet. Solistischer Höhepunkt ist das hochromantische Liebesduett der Rose (Pohle) und des Förstersohnes, gesungen vom Tenor Mirko Roschowski. Mit langem herzlichem Applaus dankte das gut besetzte Auditorium dem Chor und den Solisten. tt (WAZ vom 7.5.2008)

 

 

 

 

Wunderschönes Adventskonzert mit dem Neuen Chor der Stadt Bochum

Am 08.12.07 war der Neue Chor der Stadt Bochum unter der Leitung von Sebastian Voges Gast bei den Epi-Konzerten. Zum Eingang sang der weit über die Grenzen unserer Stadt bekannte Chor die „Marienlieder“ von  J. Brahms. Mit mehr Innigkeit, den Text voll ausdeutend, können diese herrlichen Lieder kaum gesungen werden. Das Konzert der Adventszeit beinhaltete auch das „Funeral Music of Queen Mary“ von Henry Purcell, die Trauermusik zum Tode von Königin Mary. Hier gesellte sich erstmals Michael Goede, der Kantor der Dorfkirche Stiepel, zu den Sängerinnen und Sängern. Er spielte auf der Schuke-Orgel den „Einzug“, die Zwischenstücke sowie den „Auszug“. Außerdem steuerte er zwei weitere Werke, gespielt auf der Orgel, zum Programm bei. Nach dem „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ – der Lobgesang des greisen Simeon -, dem modernen, erst 1995 komponierten „Ave maris stella“ von J. Swider endete das wunderschöne Konzert – es waren wieder viele Freunde der Kirchenmusik in unserer Epiphanias-Kirche – mit dem „Lobet den Herrn alle Heiden“ von J. S. Bach  (begleitet von M. Goede am Orgelpositiv). Darauf folgten „standing ovations“, so dass der Chor zwei Zugaben geben musste: „Übers Gebirg Maria geht“ von J. Eccard sowie das „Es ist ein Ros entsprungen“ in dem bekannten Satz von M. Prätorius. Nichts kann die innerliche Stille und Anspannung der Zuhörer deutlicher dokumentieren, als die sekundenlange Pause nach dem letzten Ton dieses Liedes, bevor wieder Applaus aufbrauste.     

                                                                       Niels Nabring in epi-bochum.de

Gemeindebrief Januar/Februar 2008

 

 

 
Die großen Fünf der Stadt

Matineekonzert mit Bochumer Chören zum Abschluss des Internationalen Chorfestivals

Querenburg - Bochumer Chöre zeigten bei einem Matineekonzert am Ab-schlusstag des fünften Internationalen Chorfes-tivals Ruhr, dass sie sich durchaus mit den inter-nationalen Gästen messen können.

   A capella, also ohne Instrumente, traten die großen Fünf der Stadt Bochum im Audimax der Ruhr-Universität auf: Der Neue Chor, der Philhar-monische Chor, die Stadtkantorei, die Kantorei der Melanchtonkir-che sowie der Unichor Collegium vocale. Knapp 300 Sänger trugen unter  anderem Motetten, Cho-räle und Kanons aus der

Zeit des Mittelalters, des Barock und der Romantik vor, darunter Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart.

   Die Bochumer Kirchenchöre nahmen erstmalig am Internationalen Chorfestival Ruhr teil. Weshalb das so war, erklärt Dr. Hans Jaskulsky, künstlerischer Leiter des Festivals: "Bei diesem Chorfestival geht es nicht nur um den Import von Chören wie  in  diesem  Jahr  aus Costa Rica,

 Lettland oder Island, sondern wir wollen auch zeigen, dass Chormusik mit 7000 Chormitglie-dern in Bochum zu Hause ist." Zudem ginge es darum, dass die Stadt Bochum gemeinsam mit der Stadt Essen 2010 Kulturhauptstadt Europas werde und die Musiker für dieses Ziel einen Beitrag leisten wollten.

   Unterstützt wurde das Konzert der Bochumer Chöre vom Kulturbüro der Stadt Bochum. Es hatte die Veranstaltung mit 500 Euro pro Chor mitfinanziert. * kata

 

 

Ruhrnachrichten, 30.10.07

 

    

 

Sang Marienlieder von Brahms: der Neue Chor

RN-Foto Uebel

 

 

Liebessehnsucht, Tod und Tanz

Chorkonzert des Neuen Chors in der Christuskirche überzeugte

 

BOCHUM • So gar kein freudiges Thema hat der Neue Chor Bochum gewählt, um sein 60-jähriges Bestehen zu feiern - aber dafür ein umso anspruchsvolleres und spannendes: Unter dem Titel „Tod und Tanz" stand das Chorkonzert, das am Sonntagabend in der Christuskirche stattfand.
 

Schon das Programm überzeugte: Mit Strawinsky, Rossini, Monteverdi und dessen Nachfolger Giacomo Carissimi präsentierte Chorleiter Sebastian Voges eine breite Palette musikalischer Stile, mit Kantate,  Trauergesang,  Madrigal  und  Oratorium  eine Fülle von Formen.

Auch die Besetzung war abwechslungsreich: In Strawinskys „Cantata", basierend auf Texten einer mittelalterlichen Totenklage, interagierten Frauenchor, Tenor und Sopran.

 

Gemessenen Schrittes

Die Männerstimmen des Neuen Chores hatten den wohl eindrucksvollsten Auftritt des Abends: Mit Rossinis„Chœur. Quelques Mesures de Chant Funèbre", einem a-capella-Trauergesang auf den Tod des Komponisten Meyerbeer, zogen sie, angeführt von Tobias Liebezeit an der Rührtrommel, gemessenen Schrittes auf die Bühne.

 

Ganz homogen und klar war der Stimmklang, die Dynamik sensibel und eindringlich. In zwei liebessehnsüchtigen Monteverdi-Madrigalen bewies der Neue Chor dann seine Fähigkeiten in der gemischten Sechsstimmigkeit, bevor Carissimis Oratorium „Jephte" zum feierlichen Abschluss noch einmal alle Beteiligten forderte. Herausgehoben sei hier das Ensemble Düsseldorfer Altstadtherbst,
die spritzige Instrumentierung (Bearbeitung: Hans Werner- Henze) war blanke Freude für die Ohren. Gleiches gilt für die Sopranistin Sabine Schneider, deren Brillanz und Leichtigkeit ihr Tenorkollege Wolfram Wittekind (Jepthe) nicht ganz erreichte.

 

Knapper Boden

Allein die tänzerische Darbietung, die zu Strawinsky und Carissimi den Abend umrahmte, vermochte nicht recht zu überzeugen. Es mangelt Tänzerin Kathrin Heide schlicht am geeigneten Raum - bodenorientierte Bewegungselemente waren nur in den ersten Reihen zu sehen - und vielleicht blieb auch nur daher das Bewegungsrepertoire etwas zu schmal angesichts des großen Themas und

der ausdrucksstarken Musik.

 

 

                                                          • Christine Baro

 

                   

                                Ruhrnachrichten, 6.3.07

Tanz wird gegen den Stillstand des Todes gesetzt

Der Neue Chor bietet ein ebenso ungewöhnliches wie ausgezeichnetes Konzert in der Christuskirche. Jephtes unendlich traurige Geschichte

 

Von Antje Grajetzky

 

Manchmal findet man echte Perlen im städtischen Musikleben. "Tod und Tanz" hieß ein ebenso ungewöhnliches wie ausgezeichnetes Konzert, das der Neue Chor der Stadt Bochum unlängst in der Christus-Kirche aufführte.

    Zu erleben war nicht etwas ein "Dans Macabre", sondern Kompositionen, die sich in verschiedener Weise mit dem Tod auseinandersetzen und eine Zeitspanne vom 15. bis zum 20. Jahrhundert umfassten. Zu zwei Stücken, der "Cantata" von Igor Strawinsky und Giacomo Carissimis Oratorium "Jephte", waren Solo-Choreographien der Tänzerin Kathrin Heide zu sehen.

    Tod als Stillstand und Musik und Tanz als Bewegung standen als assoziative Pole über dem Konzertabend.

    Englischen Quellen aus dem 15. und 16. Jahrhundert hat Strawinsky die Texte für seine "Cantata" für Sopran, Tenor, Frauenchor und kleines Ensemble aus den frühen fünfziger Jahren entnommen. Trotz der barocken Formen und mittelalterlichen Elemente ist sie von der

Konzeption her ein Gegenentwurf zu alten Formen und kompositorischen Absichten.

    Den Chorsängerinnen unter Sebastian Voges gelang gemeinsam mit dem Intrumentalensemble "Düsseldorfer Altstadtherbst" eine transparente Ansicht der komplexen Kompositionsarchitektur. Die Solisten Sabine Schneider und Wolfram Wittekind überzeugten stimmlich, besonders schön im Duett "Westron Wind".

    Auf die "Cantata" folgten die Männerstimmen mit "Chœr - Quelques mesures de Chant Funèbre" von Gioachino Rossini, ein Trauerchor auf den Tod Giacomo Meyerbeers. Als der Chor aus dem hinteren Kirchenschiff, angeführt von der Rührtrommel, nach vorne zum Altarraum schritt und diesen umrundete, hatte das Publikum das Gefühl, einem ganz besonderen Konzerterlebnis beizuwohnen.

    Die Kontraste von Frauenstimmen in der "Cantata" zu den Männerstimmen im "Chœr", vom kleinen Ensemble zur Rührtrommel, vom solistischen Tanz zur Bewegung eines ganzen Chores waren starke musikdramaturgische Momente.

    So waren alle recht eingestimmt auf die

barocken Affekte in Monteverdis Madrigalen "Hor ch'el ciel e la terra" und "Cosi sol d'una chiara fonte viva". Monteverdi war ein musikalischer Revolutionär, seine neue Art der Madrigale soll zu seiner Zeit gar zu Ohnmachtsanfällen im Publikum geführt haben.

    So weit erwischte es das Publikum in der Christuskirche nicht, aber man kann diesen fein samtigen runden Chorklang nur loben.

    Und auch das Ensemble "Düsseldorfer Altstadtherbst" versammelt hervorragende Musiker. Mit und für das gleichnamige Festival der Landeshauptstadt gegründet, spielen hier Studierende, Mitglieder der städtischen Symphonieorchester und freie Musiker zusammen. In besonders aparter Besetzung waren sie in Carissimis "Jephte" zu hören. Die Instrumentation mit Harfe, Flöten, Gitarre, Banjo und Schlagwerk fertigte der Komponist Hans Werner Henze 1976 an.

    Die Geschichte von Jephte ist unendlich traurig, ihre Totenklage zum Schluss des Oratoriums unendlich schön. Soll ich's jetzt noch einmal sagen?

Ein tolles Konzert

 

                                                           WAZ, 7.3.07

 

Ein schwungvoller Liederabend auf hohem Niveau

 

Mit einem tollen Konzert im Bergbaumuseum huldigt der Neue Chor dem romantischen Lebensgefühl

 

Von Anja Renczikowski

 

Ganz im Zeichen der Romantik stand das Konzert des Neuen Chores unter der Leitung des Dirigenten Sebastian Voges und lud die Zuhörer gleichzeitig zu einer musikalischen Reise vom hohen Norden Schwedens nach Italien ein.

 

Den Namen Adolf Fredrik Lindblad findet man eher selten in den Konzertprogrammen. Dabei brachte ihm der Erfolg seiner über zweihundert Lieder schnell den Ruf eines "schwedischen Schubert" ein. Lindblads Komposition "Drömmarne" führt in das Reich des Unbewussten, der "Träume". Die Vertonung der schwedischen Dichtung von Thekla Knös wirkt für unsere Ohren zwar durchaus befremdlich, strahlt aber dennoch eine besondere Anziehungskraft aus.

   Dank der ausgehändigten Übersetzungen konnte das Publikum die heiteren, aber auch nachdenklichen Geschichten verfolgen. Sicherlich eine besondere Herausforderung für den Chor, der sich dieser Aufgabe mit Bravour stellte. Lindblad war ein enger Freund Mendelssohn Bartholdys, dessen Werk im Mittelpunkt des Abends stand.

   Schöne wäre es gewesen, seine "Sechs Lieder im Freien zu singen op. 48" tatsächlich wie geplant im Innenhof des Bergbaumuseums zu hören. Leider musste das Konzert aufgrund des unbeständigen Wetters in den Saal verlegt werden. Mit den Vertonungen der Gedichte von Uhland, Lenau und Eichendorff zeigte der Chor a-capella in der schlichten Volkstümlichkeit den vielschichtigen Ausdruck des romantischen Lebensgefühls.

   Der Pianist Aloisius Groß begleitete den Chor bei allen übrigen Liedern und trat auch solistisch auf. Die "Variations sérieuses d-moll", bestehend aus einem Thema mit 17 Variationen, werden in der heutigen Musikwelt oft als Mendelssohns vollkommenes Klavierwerk bezeichnet und verlangen vom Interpreten höchste Fähigkeiten. Groß spielte diesen "ernsten" Variationszyklus elegant und souverän und ließ dabei die Virtuosität - ganz im Sinne Mendelssohns - nicht zum Selbstzweck werden. Der stürmisch-drängenden Transkription zweier Lieder Mendelssohns von Franz Liszt stellte der Pianist eine informative Einführung voran.

   Zum Abschluss ging es dann Richtung Süden - mit viel Lebensfreude, aber auch Melancholie in Liedern von Gioacchino Rossinis wie "I Gondolieri" oder das an die Sänger hohe Ansprüche stellende "La passeggiata". Ein gelungenes und unterhaltsames Programm, das mit Tanzliedern Béla Bartóks als Zugabe schwungvoll endete.

                                                        WAZ, 28. Juni 2005

 

 

 

 

 

 

 

Für den ambitionierten Leser mit Italienisch-Kenntnissen hier eine Zeitungsmeldung aus der bekannten Turiner Zeitung "La Stampa" vom 7. Oktober 1998 nach der einwöchigen Konzerttournee des Neuen Chores nach Piemont (rechts):

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Aus den Anfängen der Chorleitertätigkeit von Sebastian Voges im Neuen Chor (unten):

Erhabenheit
und stimmiger Einklang

A-capella-Konzert des Neuen Chores

Es gibt Menschen, die haben mit A-capella-Musik so ihre Probleme. Kein Instrument, kein Wohlklang, dafür kraftvolle Stimmen. Erhabenheit aus dem Kehlkopf heraus.

 

Wie farbig Musik auch oh-
ne Orchester klingen kann,
will ein Konzert des Neuen
Chores der Stadt Bochum
zum 50jährigen Bestehen
demonstrieren.
 

 Am Samstag, 26. April, 20 Uhr, singt der Neue Chor unter der Leitung von Sebastian Voges A-capella-Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms und Antonin Dvorak im Forum des Muesums an der Kortumstraße 147.

Sebastian Voges, der den Neuen Chor 1996 übernahm, leitet seit 1970 verschiedene Kirchenchöre und ist zudem als A-Kantor an der Lutherkirche in Düsseldorf tätig.    

(sw)

 

Sebastian Voges leitet den
Neuen Chor.             waz-Bild

 

[WAZ, 23.4.97]

 

 

Lustige

Musikanten

Chorkonzert im Stanzwerk

 

SundernMan mag, wenn man ein Chorkonzert mit Musik von Johannes Brahms besucht, nicht in erster Linie einen heiteren, beschwingten Abend erwarten. Am 11.11. im Stanzwerk war die Überraschung perfekt - auf dem Programm standen neben den Zigeunerliedern und einigen Quartetten noch Stücke von Gioacchino Rossini.

Zunächst verwunderte die Tatsache, dass der Flügel hinten auf der Bühne ganz versteckt und verpackt stand. Auch ein Orchester war nicht zu entdecken, denn der Neue Chor Bochum unter der Leitung von Sebastian Voges wurde von Andrej Golski am Akkordeon begleitet. Baute man hier etwa auf den vordergründigen Effekt, dem Titel des Brahmsschen Liederzyklus programmatisch Rechnung zu tragen?

Natürlich konnte Golskis Instrument die expressive Kraft eines Flügels nicht imitieren oder gar ersetzen, aber der kammermusikalische, ja musikantische Aspekt der Zigeunerlieder rückte in dieser Besetzung in den Vordergrund und ließ die Leichtigkeit, welche den Liedern innewohnt, zu Tage treten. Das Publikum war überzeugt.

Von dieser Leichtigkeit kündeten auch die Quartette op. 112 von Brahms, in denen es um rote Rosenknospen, Brennnesseln und liebe, kleine Schwalben geht. Zwischendurch konnte Golski sein Können am Akkordeon unter Beweis stellen. In einer eigenen Bearbeitung des ersten Ungarischen Tanzes führte er die Musik aus dem Konzertsaal augenzwinkernd hinaus auf die Straße. Ebenso virtuos gelang die Bearbeitung der Cavatina des Figaro aus Rossinis „II Barbiere di Seviglia". Das war populäre Musik wunderbar verkehrt.

Der Chor steigerte sich mit der Begeisterung des Publikums und reifte in den Quartetten „I Gondolieri", „Quartetto pastorale" und „La pas-seggiata" zu toller Form. Voges wusste den heiteren Rausch der Stücke in Geschlossenheit und Kraft umzumünzen. So gab es Zugaben, der Chor beschwor den Carnavale, und Golski trällerte das Adagio aus Rodrigos „Concierto de Aranjuez". Erst ganz zum Schluss dann ein genuines Werk für Akkordeon - mit einem Tango von Astor Piazzolla wurde das Publikum in die Nacht entlassen.

Hanns Küster, Ruhrnachrichten 14.11.06

 

Al Conservatorio

Coro tedesco
(il «Bochum»)
in concerto

 

Invitato dalla Stefano Tempia,
arriva a Torino il Nuovo Coro
della Città di Bochum
. Il
gruppo tedesco, diretto da Se-
bastian Voges, canta stasera al-
le 21 in Conservatorio, dove il
pubblico potrà accedere fino a
esaurimento dei posti. E' nato
nel 1947 come coro giovanile,
allo scopo di eseguire anche la
musica che il nazismo aveva
proibito; in seguito ha raggiun-
to dimensioni cospicue e ha
compiuto tournées all'estero.

   Il concerto, ehe si svolge con
il patrocinio della Bertone SpA,
abbraccia un campo musicale
molto ampio e si presenta assai
piacevole. Si inizia con il «Sal-
mo 116» armonizzato per cin-
que voci da Heinrich Schütz.
Tra gli autori tradizionali ci sa-
ranno poi Brahms («Marienlie-
der op. 22» per 4 voci) e Grieg
(«Ave Maris Stella» per 8 voci).
Le novità, per la maggior parte
del pubblico, verranne da Tro-1
jahn («Lux aeterna»), Górecki
(«Totus  tuus  sum,  Maria»)  e
Swider («Cantus gloriosus» per
7 voci). E' infine prevista una
serie di brani di chiusura. [l. o.]